Archiv für den Monat: Oktober 2011

Aus für sieben Reaktoren: Belgien will ab 2015 aus Atomkraft aussteigen

SPIEGEL ONLINE – Schlagzeilen

Die sieben belgischen Atommeiler sollen von 2015 an abgeschaltet werden – darauf einigten sich die künftigen Regierungspartner. Ein entsprechendes Gesetz gibt es bereits seit 2003 – es wurde aber zuletzt wieder in Frage gestellt.

Japan Atomkraftwerk Reaktor 3 Explodiert (Japan nuclear power plant reactor 3 Explodes) – Reaktor-Blog

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Aus dem Youtube-Text:

Explosion in Block 3, Reaktor 2 begann zu schmelzen

Die Alarmmeldungen aus Japan nach einer zweiten Explosion im AKW-Fukushima 1 am Montag überschlagen sich: Während im Block 3 nach der Knallgas-Detonation zwar das Außengebäude zerstört, aber die Lage im Reaktor offenbar unter Kontrolle ist, hat sich die Situation im Reaktor 2, in dem am Sonntagabend das Kühlsystem ausgefallen ist, zugespitzt. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo waren die Brennstäbe in dem Reaktor kurzzeitig komplett trocken, eine Kernschmelze begann. Für zusätzliche Aufregung sorgt ein Flugzeugträger des US-Militärs, der 160 Kilometer vor Japan eine (leicht) radioaktive Wolke entdeckte.
Infobox
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In der Nacht auf Montag (Ortszeit, der Zeitunterschied zwischen Wien und Tokio beträgt plus acht Stunden) waren erstmals ernsthafte Probleme im Block 2 gemeldet worden. Kraftwerksbetreiber Tepco teilte mit, dass die Kühlung in dem Reaktor nicht mehr funktioniere. Dann ging zunächst alles sehr schnell: Man habe durch Zuleitung von Meerwasser eine Überhitzung verhindern können, so Tepco am Montagnachmittag. Die Brennstäbe seien wieder komplett unter Wasser.

Montagabend meldete Kyodo dann, der Kühlversuch sei nicht erfolgreich gewesen, der Wasserstand erneut abgesunken und die Brennstäbe schließlich eine zeitlang komplett trocken gelegen. Tepco bestätigte dies rund eine Stunde später, erklärte aber zugleich, man habe wieder Wasser in den Reaktor einleiten können. Der Pegelstand sei im Steigen, allerdings habe während der Trockenzeit eine „partielle Kernschmelze“ begonnen.
Alle drei Reaktoren in Gefahr

Fukushima 1 hat insgesamt sechs Blöcke, von denen zum Zeitpunkt des Erdbebens aber nur drei in Betrieb waren. Block 5 und 6 sind zudem Neubauten und sollten erst ab 2013 ans Netz gehen. Mit den Problemen im zweiten Block droht nunmehr in allen drei Reaktoren von Fukushima 1, bei denen schon nach dem Erdbeben von Problemen berichtet wurde, die Gefahr einer Kernschmelze.

Beim Ausfall des Kühlsystems wird die sogenannte Nachzerfallswärme der Brennstäbe nach dem Abschalten kaum mehr beherrschbar. Die Brennstäbe überhitzen, es kann zu einer Kernschmelze kommen, bei der die radioaktive Schmelzmasse die Stahl- Schutzhülle durchdringt und in die Umwelt gelangt. Techniker in Fukushima 1 lassen einerseits immer wieder Druck ab, um die Reaktoren 1, 2 und 3 zu entlasten. Andererseits wird Meerwasser und Borsäure eingeleitet, um eine vollständige Kernschmelze zu verhindern und die Temperatur im Reaktor zu senken. Dieses Verfahren kann aber Tage dauern.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte zuletzt vor besonderer Gefahr des Reaktors im Block 3, da dieser mit sogenannten Mischodix- Elementen (MOX- Brennstäbe) betrieben würde. Bei diesen Brennstäben wird zum Uran zusätzlich Plutonium gemischt, welches zuvor aus abgebrannten Elementen recycelt wurde. Die Reaktoren 1 und 2 in Fukushima 1 werden mit herkömmlichen Uran- Brennstäben betrieben. Das nicht nur radioaktive, sondern auch hochgiftige Plutonium entsteht aber auch im ganz normalen AKW- Betrieb.
Nachbeben und Explosion in Block 3